CAMPING IM SÜDLICHEN AFRIKA
Unter dem Sternenhimmel zuhause
Camping im südlichen Afrika ist weit mehr als nur eine günstige Übernachtungsvariante – es ist eine ganz eigene Art, diesen Kontinent zu erleben. Du hast die Wahl zwischen vielen verschiedenen Komfortstufen, von der puren Wildnis bis zum stilvollen Glamping-Erlebnis.
Die verschiedenen Camping-Stile
Popup-Dachzelt – Der Klassiker der Abenteurer
Das Popup-Dachzelt auf einem Toyota Hilux oder Landcruiser ist die mit Abstand beliebteste Wahl für Camping-Reisende in Namibia und Botswana. Die Hartschale klappt per Gasdruckfeder in Sekunden auf und bietet dir ein bequemes Bett in erhöhter Position. Auf- und Abbau gehen extrem schnell. Deine Campingküche befindet sich auf der Ladefläche oder an der Seite des Fahrzeugs, alles griffbereit und durchdacht organisiert.
Herkömmliches Dachzelt – Leicht und günstig
Das klassische Dachzelt hat ein Cover aus gummiertem Material, das über einen Klapp- oder Faltmechanismus aufgebaut wird. Es ist etwas günstiger und oft auch leichter als das Popup-Dachzelt. Der Aufbau dauert etwas länger, da du das Cover auffalten und die Stangen einsetzen musst. Der große Vorteil: Durch das geringere Gewicht und die flachere Bauweise ist es bei einigen Fahrzeugverleihern die einzige Möglichkeit, zwei Dachzelte auf einem Fahrzeug zu montieren – ideal für Familien oder Gruppen mit vier Personen.
Bodenzelt – Zurück zu den Wurzeln
Das gute alte Bodenzelt hat durchaus seine Berechtigung, vor allem wenn du mit Kindern reist. Du hast mehr Platz und vor allem Stehhöhe – das macht das Umziehen und Organisieren deutlich bequemer als im Dachzelt. In Namibia absolut machbar – die meisten Campsites sind gut geeignet dafür. In Botswana hingegen solltest du wissen, dass Tiere nachts frei durchs Camp laufen. Da ist die erhöhte Position eines Dachzelts nicht nur komfortabler, sondern auch deutlich beruhigender.
Glamping – Luxus unter Segeltuch
Glamping verbindet das Gefühl von „draußen sein” mit dem Komfort eines Hotelzimmers. Du übernachtest in fest errichteten, geräumigen Safarizelten auf Plattformen, oft mit richtigen Betten, eigenem Bad und manchmal sogar einer freistehenden Badewanne mit Blick in die Wildnis. Du musst nichts auf- oder abbauen, nichts selbst kochen. Glamping-Camps findest du in privaten Konzessionen oder an besonderen Orten wie dem Namib Dune Star Camp. Streng genommen ist Glamping kein echtes Camping mehr – aber die Grenze ist fließend und das Naturerlebnis bleibt intensiv.
Die Infrastruktur – Von privat bis wild
Private Campsites mit eigenen Ablutionsblöcken
Die komfortabelste Camping-Variante in Namibia sind private Campsites, die oft zu Lodges oder Gästefarmen gehören. Hier hat jeder Stellplatz seinen eigenen Bereich mit privatem WC, Dusche und häufig einer kleinen Küchenecke oder einem Grillplatz. Manche bieten Stromanschlüsse und Beleuchtung. Oft kannst du wahlweise selbst kochen oder das Restaurant der angeschlossenen Lodge nutzen – eine perfekte Kombination aus Camping-Freiheit und ein bisschen Komfort.
Gemeinschaftliche Ablutionsblöcke
Viele Camps – gerade in den Nationalparks und bei kommunalen Conservancies – haben zentrale Duschhäuser und WCs, die von allen Campern gemeinsam genutzt werden. Die Qualität variiert stark: In manchen NWR-Camps sind die Ablutionsblöcke gut gepflegt und haben warmes Wasser, in anderen eher funktional. Je abgelegener der Ort, desto einfacher die Einrichtung.
Wildes Campen – Nur du und die Sterne
Die intensivste Camping-Erfahrung ist das wilde Campen an einsamen Plätzen. Kein Strom, kein Wasser, kein Empfang. In Namibia ist wildes Campen auf öffentlichem Land grundsätzlich nicht erlaubt, aber es gibt zahlreiche abgelegene Campsites auf Farmland oder in Konzessionen, die sich genauso anfühlen. Im Damaraland, im Kaokoveld oder entlang des Kuiseb findest du solche Plätze. Wichtig: Hinterlasse keinen Müll, respektiere die Natur und informiere dich vorher, ob du an dem gewählten Ort campen darfst. Dein Fahrzeug sollte komplett autark sein – mit ausreichend Wasser, Treibstoff und deiner eigenen Campingtoilette.
Staatliche Campsites – NWR in Namibia
Namibia Wildlife Resorts (NWR) betreibt die Camps in den meisten Nationalparks.
Im Etosha Nationalpark sind die großen Camps Okaukuejo, Halali und Namutoni die Klassiker. Der größte Vorteil: die beleuchteten Wasserlöcher direkt im Camp, an denen du abends Elefanten, Nashörner und mit Glück auch Löwen beobachten kannst – ein Highlight, das du in dieser Form nirgends sonst bekommst. Die Campsites selbst sind funktional mit Gemeinschafts-Ablutionsblöcken. In der Hochsaison kann es voll werden. Neuere Camps wie Olifantsrus im Westen oder Dolomite bieten mehr Ruhe.
Bei Sesriem am Sossusvlei ist der entscheidende Vorteil, dass du dich innerhalb des Nationalpark-Gates befindest. Du kannst schon vor Sonnenaufgang losfahren und bist als einer der Ersten an den Dünen. Die Campsite bietet Schatten unter Kameldornbäumen und Gemeinschafts-Ablutionsblöcke. In der Hauptsaison ist frühes Buchen Pflicht.
NWR-Camps sind immer deutlich im Voraus zu buchen – besonders Etosha und Sesriem in der Hochsaison (Juli bis Oktober). Die Buchung läuft über die NWR-Website, die leider nicht immer zuverlässig funktioniert. Wir übernehmen das gerne für dich.
Campsites in Botswana – Wildnis auf einem anderen Level
Camping in Botswana ist eine ganz andere Nummer als in Namibia. Die Camps sind nicht eingezäunt, und Tiere laufen nachts frei durchs Camp. Das erfordert Erfahrung und Respekt.
Im Moremi Game Reserve gehören Campsites wie Third Bridge und Xakanaxa zu den legendärsten Camping-Erlebnissen im südlichen Afrika. Die Stellplätze liegen inmitten der Wildnis, die Infrastruktur ist bewusst einfach gehalten. Du bist komplett auf Selbstversorgung angewiesen. Lebensmittel niemals unbeaufsichtigt draußen liegen lassen – Paviane und andere Tiere sind clever und dreist.
Im Chobe Nationalpark bieten die Camps in Savuti und Ihaha am Chobe River ebenfalls echte Wildnis-Erlebnisse. Elefanten kommen regelmäßig ins Camp und spazieren zwischen den Zelten hindurch. Beeindruckend, verlangt aber ruhiges und respektvolles Verhalten.
In der Central Kalahari Game Reserve wird es noch puristischer. Die Campsites bestehen aus nicht viel mehr als einer Markierung, wo du stehen darfst. Kein Wasser, kein Strom, kein Schatten, oft keine anderen Camper weit und breit. Die Central Kalahari ist nichts für Anfänger – du brauchst ein gut ausgestattetes, autarkes Fahrzeug, ausreichend Wasser und Treibstoff für mehrere Tage und die Fähigkeit, im Tiefsand zu navigieren. Aber wer sich darauf einlässt, erlebt eines der ursprünglichsten Camping-Abenteuer, die Afrika zu bieten hat.
Alle Campsites in Botswanas Nationalparks müssen vorab reserviert werden. In der Hochsaison (Juni bis Oktober) sind beliebte Camps Monate im Voraus ausgebucht.
Unser Tipp
Die perfekte Reise kombiniert verschiedene Camping-Stile mit dem einen oder anderen Lodge-Aufenthalt. Ein paar Nächte auf einer komfortablen privaten Campsite, dann ein wildes Camp in der Einsamkeit, zwischendurch eine herzliche Gästefarm und zum Höhepunkt eine Lodge mit Pool. Genau diesen Mix gestalten wir für dich – angepasst an deine Komfortzone, dein Budget und deine Abenteuerlust.







